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Zeugenrechte

Ebenso wie der Beschuldigte muss auch der Zeuge über seine Rechte belehrt werden. Hier die wichtigsten:

Aussageverweigerungsrecht

Auch als Zeuge kann man ausnahmsweise das Recht haben, die Aussage zu verweigern. Dies ist der Fall, wenn man mit dem Beschuldigten verlobt, verheiratet, verwandt oder verschwägert ist (gilt auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften). Man soll nicht gezwungen sein, ggf. einen sehr nahe stehenden Menschen zu belasten. Daneben haben auch bestimmte Berufsgruppen wie z. B. Verteidiger, Rechtsanwälte und Geistliche ein Aussageverweigerungsrecht über Umstände, die Ihnen in ihrer Berufseigenschaft anvertraut wurden oder bekannt geworden sind.

Wenn Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen, sind Sie von der Aussagepflicht entbunden. Es dürfen daraus keine negativen Schlüsse gezogen werden. Verzichten Sie allerdings auf Ihr Recht und machen Angaben, gelten für Sie dieselben Regeln wie für jeden anderen Zeugen, insbesondere auch die Wahrheitspflicht.

Auskunftsverweigerungsrecht

Davon zu unterscheiden ist das sogenannte Auskunftsverweigerungsrecht. Es beinhaltet, dass man als Zeuge keine Fragen beantworten muss, durch die man sich selbst oder Angehörige im Hinblick auf eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit belasten würde. Alle anderen Fragen muss man aber beantworten. Auch gilt die Wahrheitspflicht uneingeschränkt. Das Auskunftsverweigerungsrecht betrifft also nicht von vornherein die Aussage als Ganzes, sondern nur die Beantwortung einzelner Fragen. Im Ergebnis kann dennoch die gesamte Aussage betroffen sein.

Wenn Sie möglicherweise ein Auskunftsverweigerungsrecht haben, empfehle ich Ihnen dringend, einen Fachanwalt für Strafrecht oder Strafverteidiger hinsichtlich des Umfangs und der Geltendmachung zu Rate zu ziehen.

Recht auf einen Zeugenbeistand

Das Recht auf einen Zeugenbeistand beinhaltet, dass jeder Zeuge sich vor und auch während seiner Vernehmung der Beratung durch eine Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt im Hinblick auf seine Zeugenrechte und -pflichten sowie den Aussageinhalt bedienen kann.

Weiterführende Informationen zum Zeugenbeistand finden Sie hier.

Sind Sie nicht nur Zeuge, sondern zugleich Opfer der Straftat (Opferzeuge), stehen Ihnen erweiterte Rechte zu. Lesen Sie dann hier weiter.

Sie sind unsicher, ob Sie eines der vorgenannten Rechte in Anspruch nehmen können? Ich berate Sie gerne persönlich. Nehmen Sie einfach Kontakt mit mir auf.